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Routen

Routen in der nächsten Umgebung des Pankisi-Tales

1. Route
Duisi - Dumasturi - Kwemo Chalazani, Schua Chalazani und Semo Chalazani-Omalo (Zeitdauer ca. 3 Stunden)
Die Route beginnen wir mit dem Spaziergang im Teil von Duisi, der direkt am Fluss Alasani liegt. Der Fluss braust laut und strömt in einem breiten Steinbett das Dorf entlang. Das ist die beliebteste Badestelle der Dorfbewohner an heißen Sommerabenden. Die Jungen spielen oft auf ausgedehnten Wiesen am Fluss Fußball, die Männer kommen hier einmal in der Woche zum Pferdemarkt.
Direkt in der Nähe von Duisi sieht man viele kleine Kanäle, die das Wasser vom Fluss in der ersten Reihenfolge zur Mühle bringen. Leider ist das Gebäude der Mühle eine kleine Metallbaracke. Sie ist nicht so schön wie eine alte Mühle, aber daneben befindet sich der in Duisi älteste Friedhof, wo viele alte Grabtafeln und –steine von ersten kistischen Ansiedlern in Pankisi zu finden sind. Nachdem das Wasser durch die Mühlenräder geflossen ist, wird sie zu Hausgärten der einzelnen in Duisi wohnenden Familien gebracht.
Wir gehen an der Mühle vorbei und dann schlagen die Richtung zum Deich und zur Brücke (nach Süden) bis zum Weg, der ans gegenüberliegende Ufer von Alasani führt, ein. Hinter dem Deich biegen wir links ab und gehen wieder in nördliche Richtung nach Omalo, zu hohen Gipfeln des Kaukasus. Gleich nachdem wir links abgebogen haben, sehen wir oben auf der rechten Seite eine tiefe grüne Schlucht. Auf deren Hängen befinden sich die Reste eines georgischen christlichen Gotteshauses, das die Kisten Chomi nennen. Seine Anfänge gehen wahrscheinlich auf die Regierungszeiten der Königin Tamara (12. bis 13. Jh.) zurück. Rundum wachsen alte Bäume, vor allem Eichen. Man kann noch erkennen, wo sich der Altar befand. Es kommt vor, dass hier die georgischen Bergbewohner und Kisten vorbeikommen, um eine Kerze anzuzünden oder einen Schafbock als Opfer zu bringen, am häufigsten an einem der Tage, der ihr gewidmet ist. Heutzutage ist das der beliebteste Ort der Kisten für den Verzehr mitgebrachter Speisen im Freien. Vom Gotteshaus bietet sich ein herrlicher Blick auf das ganze Tal und insbesondere auf dessen Teil in Pchowi und Ossetien. Von Chomi gehen wir runter und kehren zum Weg nach Omalo zurück. Nach 200-300 Metern kommen wir zum Hügel rechts, wohin man in einer sanften Serpentine hinaufgehen kann. Dort steht das nächste georgische christliche Gotteshaus Chorbalo, dessen Anfänge auch auf das 12. bis 13. Jahrhundert zurückgehen. Bis heute haben sich nur Ruinen, umgeben von alten Bäumen, erhalten. Sie sehen sehr malerisch vor dem Hintergrund der Berge und des Flusses aus. Dieses Gotteshaus ist gut sichtbar vom gegenübergelegenen Ufer, d.h. von Duisi. Wenn wir daneben stehen, können wir einen weiten Ausblick auf das Tal Pankisi genießen. Sehr gut sichtbar sind Minarette von zwei Moscheen in Duisi, einer alten und einer neuen. Um bestimmte Uhrzeiten kann man auch Aufrufe eines Muezzins zum Gebet hören, die im ganzen Tal ertönen und vom Bergecho reflektiert werden. Obwohl die meisten Kisten Muslims bleiben, halten sie christliche Gotteshäuser und deren Ruinen in hohen Ehren und schätzen sie hoch. Es kommt vor, dass sie an ihren Feiertagen dort vorbeikommen, um den Schutzheiligen (am häufigsten St. Georg) um Hilfe zu bitten oder für die Hilfe zu danken. Heutzutage betten sie dort nicht mehr, was noch Anfang der 90-er Jahre des 20. Jahrhunderts passierte. Die Kisten erlauben niemandem, diese Reste zu vernichten, Bäume zu fällen oder sogar Blumen zu brechen. Sie erzählen, viele Leute, die das Heiligtum dieser Plätze verletzt haben, würden sehr streng gestraft. Die einen hätten den Verstand verloren, weil sie Eichen rundum die Gotteshäuser gefällt haben. Die anderen, die die Mauern dieser Objekte beschossen haben, seien nach einigen Monaten während des Krieges in Tschetschenien ums Leben gekommen.
Nachdem wir von Chorbalo heruntergegangen sind, gehen wir den Weg entlang. Nach einer halben Stunde geraten wir zum ersten Dorf an diesem Ufer – Dumasturi, das überwiegend von Kisten bewohnt wird. Im Dorf leben noch einige ossetische Familien, die an den sich in der Nähre ihrer Häuser weidenden Schweinen leicht erkennbar sind.
In Dumasturi biegt der Weg nach Schua Chalazani ab, woher er über Semo Chalazani zu Hauptbefestigungen der Festung Torgwa Pankeli [siehe Route nach Torgwa Pankeli] führt.
Wir wählen die Hauptstraße in Richtung Omalo, von Dumasturi gehen wir nach Kwemo Chalazani – dem Dorf bewohnt von Kisten und Osseten. In Chalazani sehen wir auf einem sanften Hügel auf der Seite, auf der sich ein Fernsprechmast befindet, Haine von alten Bäumen. Es gibt drei solche Plätze, die in gerader Linie liegen. Wenn wir dorthin gehen, betreten wir eine offene Bergweide, von der das ganze Dorf Chalazani sichtbar ist. In jedem von diesen Hainen befinden sich nur kleine Ruinen der Befestigungen und Festungen. Die Kisten erzählen, von diesel Ruinen kröchen oft Schlangen und Ottern aus, aber sie seien nicht giftig. Wir haben da keine Ottern gesehen, aber man soll bestimmt darauf aufpassen. Der Spaziergang auf diesem Hügel bietet eine malerische Aussicht auf Duisi, Dumasturi, alle drei Dörfer Chalazani und sogar auf Omalo. Dies ist ein guter Ort für Drachenfliegen.
Nachdem wir zum Dorf hinuntergegangen sind, können wir einen ossetischen Friedhof mit Grabmälern in Form der menschlichen Gestalten oder mit Grabmälern, auf denen man sich Bilder der Toten ansehen kann, besichtigen. Sie wurden aufgrund der in verschiedenen Momenten deren Lebens gemachten Aufnahmen gemalt. Solche Grabmäler sind in ganz Georgien sehr verbreitet.
Von Chalazani geraten wir endlich zum letzten Dorf Pankisi, das am rechten Ufer des Flusses Alasani – Omalo liegt. Bevor wir ins Dorf kommen, gehen wir an zwei Friedhöfen vorbei. Der eine ist christlich und der andere muslimisch. Der muslimische ist noch tätig, hier werden Tote bestattet. Neben dem Friedhof steht eine alte Moschee, die heutzutage als Gebethaus für Frauen dient. Hier beten Mitgliederinnen der islamischen Sufi-Vereine. Die Frauen können laut kistischer Tradition den Toten auf dem Weg zum Friedhof nicht begleiten, aber sie können sich zu ihrem Sufi-Gebet versammeln. Die Frauenvereine sind sehr selten im Islam, aber dies gilt nicht für Kisten [Link zu „Geschichte und Leute].
Die Männer versammeln sich zum Gebet in einer neuen im Jahre 2001 errichteten Moschee im Zentralpunkt des Dorfes.
Noch vor nicht so langer Zeit (vor 15 bis 10 Jahren) bekannte sich die Hälfte der Einwohner von Omalo zum Islam, die andere Hälfte gehörte zur georgisch-orthodoxen Kirche. Darüber hinaus feierten die meisten von ihnen muslimische und christliche Feste. Heutzutage gibt es in Omalo nur wenige christliche (u.a. Familie Bekauri) bzw. gemischte Familien, ihre Mitglieder bekennen sich zu beiden Religionen. Sie kommen zum Gebet in die Moschee und ehren christliche Heilige.
In Omalo gab es einst drei solche Gotteshäuser, die an heiligen Orten aus vorchristlicher Zeit entstanden waren. Zwei von ihnen wurden von sog. Wahhabiten Anfang des 20. Jahrhunderts während der früheren Krise, verbunden mit Flüchtlingen und Kämpfern aus Tschetschenien, in die Luft gesprengt.
In Omalo blieb ein Gotteshaus Zminda Georgi Ckwitori (St. Georg Ckwitori) erhalten, in seiner Nähe können wir einen großen Glockenturm bewundern. Der wichtigste Feiertag dieser Kirche fällt auf den 4. April (St. Georgs Tag). Hier kommen dann christliche Pchowi aus Matani und Sakobiano, aber auch einige Kisten aus Omalo. Sie zünden Kerzen an, binden Bänder, stecken in die Kirchenwände Münzen und beten. Danach veranstalten sie einen Verzehr mitgebrachter Speisen und Weins im Freien.
Der Weg über Omalo führt zur Grenze des Dorfes, wo sich am Nebenfluss von Alasani eine Überdachung befindet. Dort ist eine Bade- und Erholungsstelle.
Von dort aus kann man einen nahe gelegenen Hügel besteigen, wo ein Fernsprechmast steht. Nachdem wir durch einen dichten Wald auf einem gut sichtbaren Weg gegangen haben, finden wir nach 20 Minuten eine sehr kleine Kapelle – den nächsten heiligen Ort. Der Weg aufwärts führt zum weiteren heiligen Ort Kupala. Hier kommen die Frauen, die um die Möglichkeit der Geburt eines Sohnes bitten.

2. Route
2. Dusi-Schua Chalazani-Semo Chalazani-Torgwa Pankeli-Duisi (Zeitdauer ca. 3 Stunden)
Auf dem Abschnitt der Route zwischen Duisi und Semo Chalazani schlagen wir vor, den Weg mit dem typischen vom Pferd gezogenen kachetischen Zweiradwagen, sog. „Arba“ zurückzulegen.
Ziemlich schwer ist der Flussübergang von Duisi nach Schua Chalazani, aber kistische Pferde können den Fluss Alasani auch beim hohen Wasserniveau durchgehen. Auf dem Weg in Schua-Chalazani fahren wir am alten kistischen Friedhof, das auf der linken Seite (Richtung Nord) liegt, vorbei. Einige Meter weiter steht eine kleine Hausmoschee. Wir fahren zum nächsten Dorf Kwemo Chalazani, das überwiegend von Kisten bewohnt wird.

Im Dorf befinden sich viele leere von Osseten gelassene Häuser, in denen sich die Kisten ansiedeln. Die Kisten reparieren ihre neu erworbenen Häuser.
Die Hauptstraße biegt in Kwemo Chalazani nach rechts ab und führt ziemlich steil aufwärts. Hier steigen wir aus der Arba aus. Wer will, kann weiter reiten oder zu Fuß gehen. Unsere Reiseführer vergessen nie, dass man etwas essen oder trinken soll.

Wir besteigen einen steilen Gipfel ca. 1,5 Stunden. Von dort aus erstrecken sich die Befestigungen der Festung Torgwa Pankeli, die zu Regierungszeiten der Königin Tamara Ende des 12. Jahrhunderts errichtet wurde.
Die Festung und die meiste Oberfläche des heutigen Tals gehörten zum Besitztum des georgischen Machthabers (Fürstens), der auch Torgwa Pankeli hieß. Dieser Aristokrat, der aus der Familie der georgischen Bergbewohner Pchowi stammte, war Vertrauensmann des Sohnes und Nachfolgers der Königin Tamara – des Königs Georg Lascha. Zusammen mit anderen Machthabern schmiedete er ein Komplott gegen Mongolen, die Georgien in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts eroberten. Dieses Komplott wurde aufgedeckt und Torgwa Pankeli wurde von Mongolen hingerichtet.

Wenn wir hinaufgehen, geraten wir zu einer rechts vorspringenden Stelle in einer der Basteien der Festung. Von dort aus bietet sich ein schöner Blick aufs Tal des Flusses Alasani, auf der anderen Seite des Pankisi-Tals - auf das von Tuschen bewohnte Tal. Man sieht deren in der Niederung gelegenes Zentraldorf Alwani. Weiter ist die georgische Kathedrale Alawerdi aus dem 11. Jahrhundert (Fest von Alawerdi, sog. Alawerdoba fällt auf den 15. Oktober) zu sehen. Sie ist einer der wichtigsten Pilgerfahrtorte für Georgier aus dem ganzen Land, georgische Bergleute aus Kachetien und bis vor kurzem auch für Kisten.
Wir kommen zum Hauptweg zurück, der 10 Minuten lang die Befestigungen entlang zu einer am Ende der Festigung stehenden georgischen Kirche führt. Nur ihre Ruinen mit sichtbaren Spuren der Fenster, der Türen, des Altars und der sehr stark beschädigten Fresken haben sich erhalten.
Im Fussboden der Kirche befindet sich ein Abstieg in die unterirdischen Korridore und Räume, die unter der gesamten Befestigung und der Kirche laufen.

Direkt unter der Kirche gibt es eine Bestattungsstelle. Um die Korridore zu benutzen, braucht man einen Reiseführer, denn man kann leicht den richtigen Weg verlieren. Mit diesen Korridoren kann man zum Punkt zurückkommen, wo sich Torgwa Pankeli beginnt.
Torgwa Pankeli wurde in einem guten Beobachtungs- und Signalort errichtet. Sie gehört zur Reihe von derartigen Befestigungen, die das ganze Tal entlang laufen und zu Signalisierungszwecken dienten. Die Bewohner von Pankisi zündeten darauf Feuer an und auf diese Weise übermittelten sie die wichtigsten Nachrichten von einer Festung an die andere, am häufigsten als Warnung vor Feinden, die sich dem Dorf näherten.
Nachdem wir zu diesem Ort gekommen sind, werden unsere Reiseführer auch Feuer anzünden. Sie werden aber darauf ausgezeichnete kaukasische Schaschliks bereiten und uns mit Wein oder Bier bewirten. Und der Schaschlik schmeckt hier so gut wie nirgendwo anders im Pankisi-Tal.

3. Duisi-Kakliani-Amphitheater-Baltagori-Jokolo-Duisi (Zeitdauer ca. 5 Stunden)
Die Route beginnt sich im Zentralpunkt des Dorfes Duisi. Wir gehen die Hauptstraße entlang, in Richtung zum Dorf Jokolo. Inzwischen gehen wir an Geschäften, einer Schule, einem Klub (Kulturhaus) vorbei. Im Kulturhaus haben ihre Sitze das UNHCR-Büro und die Filiale des georgischen Ministeriums für Flüchtlinge und Ansiedlung, wo wir viele interessante Informationen über tschetschenische und kistische Flüchtlinge erhalten können. Heute blieben nur wenige von ihnen im Pankisi-Tal, trotzdem ist ihre Lage schwer. UNHCR und sonstige humanitäre Außerregierungsorganisationen führen Beihilfen für sie durch. Im Rahmen einer von ihnen führen die Flüchtlinge Handwerkswerkstätte. Im Kulturhaus kann man ihre Erzeugnisse wie z.B. Schmuck und Filzerzeugnisse (Damentaschen, Brieftaschen), Mützen und Kleidung kaufen.
Nachdem wir aus dem Kulturhaus rausgegangen sind, gehen wir in Richtung Dzokolo, einige Meter weiter gehen wir auf der linken Seite an der sog. Neuen Moschee aus Rotziegeln vorbei. Sie wurde überwiegend von tschetschenischen Flüchtlingen, Anhängern des Nichtsufi-Islams, oft Fundamentalisten genannt, im Jahre 2001 gebaut. Zurzeit, nachdem die Flüchtlinge ausgefahren sind, wird sie von jungen Bewohnern besucht.
Hinter der Moschee gehen wir an einer kleinen Tankstelle vorbei und wir kommen zum kistischen Friedhof. Wir biegen von der Hauptstraße links ab und gehen aufwärts. Dann gehen wir am Friedhof vorbei, der auf dem sanften Abhang über Duisi liegt. Er ist sehenswert. Es gibt dort viele interessante Grabmäler aus verschiedenen Epochen. Die ältesten von ihnen wurden aus Stein hergestellt, in dem arabische Überschriften ausgegraben sind. Interessant sind auch Grabmäler aus Zeiten des sowjetischen Georgiens, die im für ganz Georgien charakteristischen Still hergestellt wurden: Marmorgrabmäler mit dem Bild des Toten (vom Foto), oft in natürlicher Größe, gemacht im Moment des Lebens, der mit seinem Beruf oder Hobby verbunden war. Die Überschriften sind auf Georgisch, oft wird zusätzlich die dar asch-Schahada auf Arabisch geschrieben. Die neuesten Grabmäler sind schon einfacher: ohne Bilder der Toten, mit georgischen Überschriften und obligatorisch mit der arabischen dar asch-Schahada. Im Friedhof gibt es auch ein paar neue Grabmäler mit kyrillischen oder arabischen Überschriften, neben denen hohe grüne Fahnen flattern. Sie weisen auf den Heldentod im Kampf (Schachiden) hin.
Nachdem wir den Friedhof verlassen haben, biegen wir links in Richtung zu Bergen ab und gehen zum Dorf Dedisperuli (anders Kakliani). Nach einigen Metern kommen wir zum Amphitheater, das sich auf der linken Seite befindet. Es wurde in freiwilligem Einsatz von Bewohnern des Pankisi-Tales in Jahren 1985-1986 errichtet. Hier befindet sich ein runder Obelisk zum Gedächtnis der Bewohner des Tales, die als Soldaten der roten Armee während des Zweiten Weltkrieges ums Leben gekommen sind. Darauf hat jedes Dorf eigene Tafel, wo die Vornamen und Familiennamen der getöteten Bewohner - Kisten, Pchowi und Osseten – genannt sind.
Im Jahre 1998 (1999) bewirtete das Amphitheater den Präsidenten der Republik Itschkeria Aslan Maschadow, der nach Georgien auf die offizielle Einladung des damaligen Präsidenten Georgiens – Eduard Schewardnadse angekommen ist.
Das Amphitheater ist rings von Gras, Bäumen und kaukasischen Malven umgeben. Von dort aus bietet sich ein weiter Blick auf den Teil des Pankisi-Tales, d.h. Dörfer Dusi und Dzokolo.
Vom Amphitheater kommen wir zur Hauptstraße zurück, gehen aufwärts und nach einigen Metern geraten wir zum Dorf Dedisperuli bzw. Kakliani, bewohnt von Pchowi. Hier leben die Leute arm und spärlich, vor allem von Früchten der Natur. In Kakliani kauft man die besten Nüsse und Pilze im ganzen Pankisi-Tal. Deshalb bedeutet der andere Name des Dorfes (Kakliani) auf Georgisch Nüsse.
Über das Dorf Kakliani führt unser Weg auf Berggraten weiter aufwärts. Hinter der Quelle im Dorf biegen wir ab und gehen steil hinauf in nördliche Richtung. Nach einigen zehn Metern kommen wir zu Ruinen eines Turms und einer Festung aus Zeiten des Fürstentums Torgwa Pankeli (12. bis 13. Jh.). Davon gehen wir hinunter ca. 200 – 300 Meter, am besten im Bett eines versiegten Baches, und kommen zum Ort Baltagori. Er wurde wahrscheinlich von tschetschenischen Vorfahren der Kisten errichtet, die sich hier am Anfang ihres Aufenthaltes in Georgien (Ende des 17. Jahrhunderts) ansiedelten.
Hier ist ein Turm und gleichzeitig der nächste Signalisierungspunkt. Es gibt viele solche Signalisierungspunkte im Pankisi-Tal. Der Turm Baltagori erhielt sich in einem sehr guten Zustand. Die Steine wurden sehr eng und systematisch verlegt.
Man kann ihn nur mittels einer heruntergelassenen Leiter besteigen. Wahrscheinlich wurde er nach Art von berühmten tschetschenischen Türmen gebaut. Noch bis vor kurzem befanden sich in jedem Tal, jenseits der Berge, einige solche Türme.
Beim guten Wetter bietet sich von Baltagori ein ausgezeichneter Ausblick auf die Gipfel des Großen Kaukasus: links sieht man Batana-Bergpass, weiter Spirosa-Gipfel und rechts Nakerala.
Von Baltagori gehen wir hinunter. Nach 200 Metern kommen wir zum Hain alter Bäume, wo sich eine kleine georgische Kirche (12. bis 13. Jh.) schon auf dem Abhang des Dorfes Jokolo befindet. Anfang des 20. Jahrhunderts sprengten die Wahhabiten einen Teil der Kirche in die Luft.
Heutzutage haben sich nur Ruinen erhalten, darunter ein Hauptschiff mit dem Altar. Noch bis vor kurzem (vor 5 bis 10 Jahren) feierten hier Kisten mit anderen georgischen Bergleuten (Pchowi) das christliche Ostern.
Sie beteten, brachten Schafböcke als Opfer, zündeten Kerzen an, malten Eier rot und brachten sie zum Friedhof.
Dieser Kirche gegenüber befindet sich ein Roggenfeld und dahinter Ruinen einer anderen georgischen Kirche. Rundum wachsen alte Eichen und Erlen. Die Bäume entlang sieht man gelegte Steine. Hier saßen die ganzen Familien von Kisten und Pchowi, legten ihre festlichen Speisen auf und brachten Toaste auf das Fest und die Auferstehung Christi aus.
Heutzutage wird hier Ostern vor allem von Pchowi gefeiert.
Nachdem wir aus dem zweiten Gotteshaus herausgegangen sind und die Richtung zum Dorf Jokolo eingenommen haben, kommen wir zu einem der Nebenflüsse von Alasani und dann geraten schnell zur Hauptstraße von Jokolo nach Dusi.

Hochgebirgsrouten

9. Route
9. Duisi-Tsibachewi-Bacara-Batana-Kotchadala-Hadori-Tsibachewi-Duisi (Zeitdauer ca. 2-3 Tage)
Einzelne Abschnitte der Route:
9. Duisi-Tsibachewi-Bacara-Batana (Zeitdauer 5 Stunden). Routenbeschreibung...
10. Batana-Sakisto-Kotchadala (Zeitdauer ca. 3,5 Stunden). Routenbeschreibung...
11. Kotchadala-Zubuk-Gochia-Lamazur-Kotchadala (Zeitdauer ca. 6 Stunden) Routenbeschreibung...
12. Kotchadala-Hadori-Tsibachewi-Duisi – Beendigung der 9. Route (Zeitdauer ca. 2-3 Stunden). Routenbeschreibung...

9. Route Duisi-Tsibachewi-Bacara-Batana (Zeitdauer 5 Stunden)
Diese Strecke kann ein Abschnitt einer längeren Route sein, z.B.:
Duisi-Tsibachewi-Bacara-Batana-Kotchadala-Hadori-Tsibachewi-Duisi (Zeitdauer ca. 2 bis 3 Tage)
Diese Route können wir mit dem Auto auf der Strecke zwischen Duisi und Batana oder zu Pferde schon vom Dorf Tsibachewi (aber auch von Duisi) zurücklegen. Von Batana nach Kotchadala und Hadori gehen wir zu Fuß oder wir reiten.
Wir schlagen vor, das Auto oder die Pferde je nach Stand des Weges zu benutzen.
Von Duisi fahren wir also mit dem Auto in nördliche Richtung nach Tsibachewi, zum letzten Dorf des Pankisi-Tales. Nachdem wir in Tsibachewi angekommen sind, können wir mit dem Auto weiter fahren oder ein Pferd benutzen.
In Tsibachewi biegen wir hinter einer Brücke links ab. Wir fahren am Eingang ins Bacarski-Reservat vorbei, wo sich dessen Museum befindet. Das Reservat beginnt sich mit einem Laubwald, in dem Relikteneiben wachsen. Oben, nahe dem Grat wachsen Eiben in monolithischen Ansammlungen.
Das Museum wird zurzeit umgebaut, daneben wird auch ein Hotel gebaut werden.
Wir fahren weiter geradeaus, an der ersten größeren Gabelung biegen wir wieder nach links ab und fahren hinauf. Die ganze Zeit bewegen wir uns in der Nähe des Flusses Alasani, die wir einige Male überqueren. Vor der Mündung Bacara entsteht Alasani aus Quellenbächern Samkuris-tschali und Tschchatanis-tschali.
In Serpentinen kommen wir zum Bergpass Bebris Tapis (18 Kilometer von Duisi entfernt). Seine Bezeichnung wird vom Vornamen eines alten Mannes Bebris abgeleitet, der hier lebte. Diese Überschrift bedeutet auf Kistisch einen Ort.
Von dort aus bietet sich ein guter Ausblick auf Bergketten des Großen Kaukasus Nakerala.
Davon fahren wir weiter in Serpentinen hinauf. Die Straße wurde von Tuschen 2007 gebaut. Zurzeit kann man auf diesem Weg mit dem Auto zum nächsten Bergpass Batana geraten, der aber hoch in den Bergen liegt.
In Batana befinden sich Schutz- und Sommerhütten von Tuschen und Kisten. Von Batana bietet sich eine schöne Aussicht auf Bergketten des Großen Kaukasus. Die Hirten wohnen hier von Juni bis Ende September. Sie überwachen weidende Herden von Schafen, Kühen und Ziegen. Die Tuschen halten oft auch Schweine nahe ihren Hütten, was bedeutet, dass es dort keine Kisten, sondern georgische Bergleute wohnen.
Die ganze Saison stellen die Hirten verschiedene Molken und Käsearten aus Milch von Schafen, Kühen und Ziegen her. Sie zeigen uns bestimmt einzelne Etappen der Produktion von Käse und bewirten uns mit eigenen Erzeugnissen.
Da, wo die Hirten sind, sehen wir kaukasische Schäferhunde, die die Herden vor Wölfen schützen. Man soll vorsichtig sein, am besten bleibt man stehen, bis ihr Besitzer kommt und sie ruft. Nach einer Nacht in der Nähe von Hirten interessieren sich die Hunde für Gäste nicht mehr. Sie betrachten uns als Mitglieder der Herde.
Man kann in Batana übernachten, aber wir schlagen vor, 500 Meter zum nächsten Übernachtungsort der kistischen Hirten, der Kotchadala heißt, hinunterzugehen. Da gibt es viel mehr Platz und man kann im nahe fließenden Fluss baden.

10. Route
10. Route Batana-Sakisto-Kotchadala (Zeitdauer ca 3,5 Stunden)
Diese Strecke kann ein Abschnitt einer längeren Route sein, z.B.:
Duisi-Tsibachewi-Bacara-Batana-Kotchadala-Hadori-Tsibachewi-Duisi (Zeitdauer ca. 2 bis 3 Tage)
Wenn wir uns entscheiden, Batana zu verlassen, schlagen wir einen Ausflug zu Fuß oder zu Pferde zum höchsten Gipfel dieser Bergkette Sakisto (2650 m über dem Meeresspiegel) vor.
Von Batana gehen wir in nördliche Richtung aufwärts. Nach 15 Minuten kommen wir zum kleinen Bergsee. Sein Wasserspiegel wirft beim guten Wetter Steinberge zurück. Oben weiden Horden halbwilder Pferde von Hirten. Am See befindet sich eine Gedächtnistafel mit folgender Überschrift: Laurenty Iwanowitsch, Sohn von Iwano, 1941-1979.
Danach führt vom See ein enger Weg steil aufwärts. Wir gehen auf rechtem Abhang schon zum Gipfel Sakisto.
Nach etwa 1,5 Stunden kommen wir mit mäßigem Tempo zum Ort, wo sich weitere kistische Hirtenhütten befinden.
Hier können wir auch übernachten, aber in Sakisto gibt es kein Wasser.
Von Sakisto führt der Weg zum Gipfel Suruskori (Zeitdauer: ca. 2 Stunden zu Fuß).
Wir kehren von Sakisto zum See zurück und dann - hinter dem Grabmal - steil in Richtung Kotchadala (ca 15 Minuten) hinunter bis zum Ort, wo sich kistische Hirten- und Schutzhütten am Fluss befinden.

11. Route
11. Kotchadala-Zubuk-Gochia-Lamazur-Kotchadala (Zeitdauer ca. 6 Stunden)
Diese Strecke kann Abschnitt einer längeren Route sein, z.B.:
Duisi-Tsibachewi-Bacara-Batana-Kotchadala-Hadori-Tsibachewi-Duisi (Zeitdauer ca. 2 bis 3 Tage)
In Kotchadala finden wir ein paar Hütten von kistischen Hirten, die einige Käsearten herstellen. Die meisten davon sind Räucherkäse, hiesige Spezialitäten.

Die Hütten liegen malerisch am schnell fließenden Fluss. Dieser Ort ist wegen seiner Heilwirkungen bekannt. Hier kann man nicht nur wieder gesund werden, aber auch – wie hiesige Hirten behaupten – die Sprache, den Gesichtssinn und den Geschmack wiederherstellen. Nachdem wir wiedergewonnen haben, was wir in unserer hektischen und nervösen Welt verloren hatten, bietet es sich, die nahe gelegenen Gipfel zu besteigen.

Wir gehen ans andere Ufer neben den Hirtenhütten und dann sofort steil aufwärts. Nach ca. einer Stunde kommen wir zum ersten Gipfel – Subuk.
Von dort aus führt unser Weg auf Gipfelgraten. Wir kommen zur nächsten Bergkette Lamasur. Rundum nur hohe meistens mit Schnee bedeckte Gipfel. Nicht weit vom Gipfel Lamasur befindet sich ein kleiner Bergsee Makasta. Nach einer kistischen Legende hat dieser See keinen Boden. Seine Gewässer fließen mit unterirdischen Kanälen und verbinden damit den See mit Schwarzem Meer. Eines Tages ertrank hier die ganze Herde von Schafböcken. Nach einem Jahr wurden sie alle im Schwarzen Meer gefunden.
In Lamasur können wir viele Marmorgesteine, darunter weißen, grünen und bunten Marmor, bewundern.
Sowohl in Niederlamasur, als auch in Oberlamasur sehen wir Schutzhütten und kistische Hirtenhütten, wo man übernachten kann.
Von Niederlamasur gehen wir abwärts mit dem Weg, der steil nach Kotchadala führt. Dabei gehen wir an vielen Felsen vorbei, die für Klettern geeignet sind.

12. Route
12. Kotchadala-Hadori-Tsibachewi-Duisi – Beendigung der 9. Route (Zeitdauer ca. 2 bis 3 Stunden)
Diese Strecke kann ein Abschnitt einer längeren Route sein, z.B.:
Duisi-Tsibachewi-Bacara-Batana-Kotchadala-Hadori-Tsibachewi-Duisi (Zeitdauer 2 bis 3 Tage)
Am bestem kehrt man nach Duisi mit derselben Route zurück. Der Weg führt sanft hinunter, den Fluss Alasani entlang, der den Weg oft überquert. Wir gehen durch einen schönen alten und dichten Wald.
Wir kommen in Hadori bis zur Gabelung an.
Der Weg auf der rechten Seite (in nördlicher Richtung) führt zum Wasserkraftwerk und zu Wasserfällen im Hadori-Tal und weiter zur alten kistischen Siedlung Horajo. In der Nähe befinden sich trinkbare Schwefelquellen.
Wir nehmen die südliche Richtung nach Tsibachewi und Duisi ein. Hier können wir den Weg mit dem Auto oder mit dem Minibus (Sammeltaxi), der nach Duisi fährt, fortführen.
Manchmal ist es möglich, das Wasserkraftwerk in Hadori, die von Chinesen verwaltet wird, zu besichtigen. Hier arbeiten auch Kisten und deshalb kann man sich mit dem ganzen Prozess der Verwendung der Wasserenergie zur Stromerzeugung bekannt machen.


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